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Männer-Selbsthilfegruppen
Meine 2004 gegründete Männergruppe ist das "Vorbild" für die Arbeit mit Selbsthilfe- gruppen und sonstigen Teams. Die jahrelange Seminararbeit habe ich 2008 beendet. Warum Selbsthilfegruppen? Einmal finden sich Menschen aus Eigeninitiative zusammen und mit mehr oder weniger Leidensdruck, der zum tieferen Einlassen auf sich selbst not-wendend ist. Die Motivation zur Befreiung und Aussöhnung mit dem Inneren Kind muß aus jedem selbst kommen. Andernfalls gibt es für alle Beteiligten keine zufriedenstellenden Ergebnisse.
Selbsthilfegruppen treffen sich regelmäßig, was für echte Fortschritte bei der Inneren Aufräumungsarbeit und zur Befreiung des Kindes ebenso not-wendend ist.
Ein Tag in der Selbsthilfegruppe ist wie eine ausgedehnte Therapiestunde, wo am Stück mehr Inspira- tion, Tiefe und Klärung möglich ist. Ob du eine eigene Gruppe gründen oder dich einer bestehenden Gruppe anschließen willst, wirst du über Resonanz zu nachfolgenden Fra- gen spüren. Ich begleite Selbsthilfegruppen und Teams im Umkreis von 300 km.
- Habe ich mich - den Jungen - aus dem unheilvollen "Verhältnis" mit der Mutter gelöst? Durchschaue und fühle ich ihre subtile Gewalt? War sie sexuell übergriffig?
- Kann ich die Rolle des Vaters kritisch betrachten, seine Nichtpräsenz, wie er mich ignoriert hat, wie er bei der Mutterdominanz wegschaute, wie er mich gar der Mutter an seiner Statt überließ, um seine "Ruhe" zu haben, wie er eventuell Gewalt als Erziehungsmittel angewandt hat?
- Wie haben beide Eltern die seelische Entfaltung des Kindes verhindert und Erziehung zum Gehorsam an Stelle deines Wesens geschätzt?
- Stehe ich als Mann in der Beziehung, als Vater zu den Kindern und im Beruf zu mir?
- Habe ich Verbindung zu dem (verlassenen) Jungen in mir, stelle ich mich seinen emotionalen Wunden, seinen Schmerzen, Nöten, Ängsten und seinen Bedürfnissen? Kann ich fühlen, wie seine lebendige Entfaltung verhindert, sein Wesen platt gemacht wurde - um des Gehorsams willen?
- Wie stehe ich zu meiner Sexualität, ist sie frei von Schuldgefühlen, Ängsten, Scham?
- Was raubt mir im (Beziehungs-)Alltag Kraft?
- Wie gehe ich mit Ärger, Wut, Zorn, Hass, Schmerz, Lebensmüdigkeit, Verzweiflung, Depression, Sinnlosigkeit um?
- Kenne ich meine Überzeugungen, meine Masken, Rollen und Gewohnheiten, die sich das Kind aus innerer Not und Verzweiflung zum Überleben gewählt hat (destruktive Kreativität)?
- Bin ich mir meiner (Genuss-)Süchte bewusst, die ich dem Kind in mir als Ersatz anbiete, für das, was es gebraucht hätte, jedoch nie bekommen hat - bis heute nicht?
- Erlaube ich mir als Mann den weichen Kern (die weibliche Seite), die Verletzlichkeit in mir, bin ich berührbar, kann ich fühlen, weinen, hassen?
- Bin ich so ehrlich und wahrhaftig zu mir und anderen, wie ich es sein könnte?
- Habe ich wirklich die Verantwortung, für das Kind in mir angenommen oder verstecke ich mich hinter der Verantwortung für Frau, Kinder, Verein, Geldverdienen usw.?
- Erlaube ich mir innige, kraftvolle, heilende Verbindungen zu anderen Männern?
- Kann ich mich als gut, richtig, wertvoll, einzigartig ansehen, ohne jegliches Urteil oder Bewertung?
- Achte ich auf die Signale meiner Seele und des Kindes über die Symptomensprache des Körpers, der darüber auf nicht gesehene Verletzungen des Kindes weist?
- Kenne ich meine wahren Bedürfnisse (des Kindes), lasse ich es mir gutgehen, sorge ich für mich, wähle ich das Beste für mich, stehe ich an erster Stelle in meinem Leben?
- Traue ich mich, egal wo ich auch bin, zu sein, wie ich grade bin, ohne dass ich mich aus Angst, nicht richtig zu sein, verstelle oder eine Rolle spiele?
Sich solchen und ähnlichen Fragen nicht zu stellen, kommt einem schleichenden Siechtum bis Selbst-Mord (des Kindes) gleich - dem größten Wunsch des Ego.
Ich reife zum erwachsenen Mann, in dem ich den Schmerz der Unfreiheit des verlassenen Kindes in mir fühle und es daraus erlöse.
Gelingt mir das nicht, habe ich den Sinn des Lebens und meiner Seele verfehlt - trotz aller Titel und grandioser Leistungen in dieser Welt.
Das Kind wartet sehnlichst, es schreit verzweifelt, dass ich es aus intellektueller Gefangenschaft befreie, in die es durch grausame Fremd-Erziehung eingesperrt ist.
Was sonst, als das unschuldige (Christus-)Kind, könnte von Wert in einer vergänglichen Welt sein?
Wie sieht ein Männer-Selbsthilfegruppe praktisch aus?
- Es gibt kein vorgegebenes Programm, die gemeinsamen Zusammenkünfte bauen nicht aufeinander auf! Du kommst mit dem, was dir momentan aktuell am Herzen liegt, wo du Inspiration und Klärung wünschst - damit arbeiten wir konkret. Folgende Hilfsmittel dienen uns, bei Bedarf:
- Mitteilungs-Runden zur inneren Klärung und Selbst-Erforschung eingefahrener Erziehungs-Automatismen, Verhaltens- und Reaktionsmuster.
- Echte Kommunikation - das Kind hat hier einen geschützten Raum, sich mitzuteilen - mit allem was es unterdrücken musste - um nicht noch mehr Misshandlung, Missachtung, Strenge oder Züchtigung zu erfahren.
- Aufstellungsarbeit nach Bedarf, zum Beispiel zur Sichtbarmachung meines Platzes, meiner Rolle als Kind in der Herkunftsfamilie oder zur Klärung sich wiederholender, destruktiver Geschehnisse und Krankheiten, für die es keine Lösung/Heilung zu geben scheint.
- Wir gehen sehr konkret auf das Innere Kind ein. Ganz behutsam nähern wir uns seinen unerlösten emotionalen Wunden, die uns mehr behindern als wir ahnen! Das Kind ist das Heiligste in dir und mir!
Der vom Verstand gelenkte, oberflächliche "Erwachsene" wird, wenn nötig, mit entsprechenden Appellen an seine Verantwortung erinnert, sollte er sich partout weigern, sich des verlassenen Inneren Kindes anzunehmen.
- Wie kann Innere Arbeit zum "täglichen Brot" werden - aus Liebe zu sich selbst, zum Kind in mir, zur Seele? Wir sprechen über ein breites Feld effektiver Möglichkeiten und auch über die eher weniger effektiven, der (spirituellen) "Mode" unterworfenen Möglichkeiten, die das Ego bevorzugt.
Der Liebe, Gute...
Ich kenn ihn, in- und auswendig,
er ist kraftlos, dafür stark unlebendig.
Beliebt ist er bei Muttern, Omas und Tanten,
wie auch sonstigen Verwandten.
Erscheinen tut er äußerst echt,
seine Mitmenschen sieht er als schlecht.
Er ist die Scheinheiligkeit pur,
verarscht sich selbst in einer Tour.
Nach außen zeigt er sich freundlich und nett,
mit 'ner geilen Schlampe ging er nie ins Bett.
Er scheint ein Idealbild darzustellen,
doch innen toben die Unterdrückten, in den Zellen.
Das Leben kann er zum Glück nicht blenden,
mit seiner Art zieht er Pissnelken an,
von echten Frauen träumt er, dann und wann.
Er könnt' ein echter Pfundskerl sein,
nimmt er in sich an das Schwein.
In ständiger Anspannung, tagaus, tagein,
muss er sich zwängen in die Rolle hinein,
die das Kind einst in der Not gewählt,
als man sein Wesen verstümmelt und gequält.
Statt es zu erlösen, geht er vors Fernsehen zum Dösen.
Er zahlt mit viel Kraft, Leid und Geld
für das erbärmlichste Arschloch der Welt.
Doch gibt es auf die Scheiße noch Sahne,
er geht ins Spirituelle, in seinem Wahne.
Und wenn er (sein Kind) nicht gestorben, so ist er's noch heute,
für das Ego eine fette Beute.
Helmut Reichel
Strukturmuster für eine Männer-Selbsthilfegruppe
Mitwirkende:
ca. 4 – 8 feste Teilnehmer, so lange die "Chemie" stimmt.
Treffen:
alle 4 Wochen ein Tag (Sa./So.), wobei jeder abwechselnd zu sich einlädt.
Tagesinhalt:
Beginn ist ein gemeinsames Frühstück, ab 09 / 10 Uhr.
Anschließend das Herzstück des Tages – die Runde.
Es folgt eine Wanderung zur Bewegung des Körpers und seiner Verdauung, damit Platz ist für den anschließenden Kuchen.
Bis zum Abend (18 / 19 Uhr) ist Gelegenheit für Gespräche, Fragen, eine Aufstellung, oder was sein will......
Für die gemeinsame Zeit sollte die Wohnung / das Haus frei sein von Frau, Kind, Hund..
Die Runde:
Nach dem Frühstück greift zum Holzstab, wer den Wunsch hat, sich mitzuteilen. Der Stab ist (zentrierender) Garant, dass nur redet, wer ihn in der Hand hält. Ist der Mitteilende fertig, legt er den Stab in die Mitte. Jetzt kann ein weiterer Mann den Stab nehmen und sich mitteilen, oder dem Mann der eben gesprochen hat, eine Rückmeldung geben.
Die Runde ist wie ein heiliger Raum, wo nichts nach außen dringt, wo sich alles mitteilen darf, was Mann / Kind sich nie traute von sich zu geben. Er tut dies vor wertungsfreien, empathisch mitfühlenden Zeugen. Diskussionen gibt es in der Runde nicht.
Jeder aus der Gruppe sollte die Gelegenheit nutzen, sich mitteilend zu öffnen. Was jeder von sich gibt, kann für andere inspirierend und selbsterkenntnisreich sein = die sich selbst befruchtende Gruppendynamik.
Für manchen ist es völlig neu, sich mit seinem Innersten, was überwiegend verdrängt ist, mitzuteilen – wie Schmerz, Trauer, Wut, Hass, Ängste, Schuldgefühle, Lebensmüdig- keit usw.. Mit all dem war schon der kleine Junge allein und ist es meist noch.
Ein ganz "dicker" und schier unerschöpflicher "Brocken" ist die leidvolle, nichtgelöste Verbindung zur manipulierenden Mutter, wozu meist ein überwiegend nichtpräsenter Vater gehört. Beides hat verheerende Folgen für den Jungen und den späteren Mann. Das beeinträch- tigt das gesamte weitere Leben und alle Beziehungen. Sich daraus und den Erziehungs- schäden zu befreien – dazu kann die Gruppe unschätzbare Dienste tun.
Intensiv:
Einmal im Jahr ist eine Fahrt in ein Ferienhaus sinnvoll, ein verlängertes Wochenende. Diese 2-3 Tage sind sehr intensiv, effektiv und tiefgehend – sie wirken lange nach.
Organisation:
Ein Mann sollte das in die Hand nehmen (meist der Initiator der Gruppe) – Termine festlegen, wer wann einlädt, Adressenliste, Einsammeln des Tageshonorars.......
Mein Part:
Ist der eines intuitiven, aus eigenen Lebenserfahrungen inspirierenden, empathisch mitfühlenden Coaches. Es ist sehr wichtig, dass nicht etablierte Ego-Strukturen die Führung in der Gruppe übernehmen, was unweigerlich zur Auflösung einer Gruppe führt. Für mein Coaching zahlt jeder Mann für den Tag den Betrag einer Therapiestunde (z.Zt. 75 € inkl. Mwst.).
Informative Unterstützung bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe ist kostenfrei.
Ich begleite Gruppen und Teams im Umkreis von ca. 300 km.
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